Pressemitteilung | 21.09.2022

Klinikum Fürth als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert

Besondere Auszeichnung für das Klinikum Fürth: Die Sektion für Rhythmologie und Invasive Elektrophysiologie unter der Leitung von Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz und Dr. Dirk Bastian der Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen (Chefarzt Prof. Dr. Harald Rittger) ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) als Vorhofflimmer-Ablationszentrum zertifiziert worden. Damit ist das Klinikum Fürth neben dem Klinikum Nürnberg Süd die zweite Klinik im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen mit dieser Auszeichnung.


„Damit wird nun der hohe Standard, den wir unseren Patient:innen aus Fürth Stadt und Land in unserer Klinik bieten können, transparent", so Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz. Denn nur Kliniken, welche die Kriterien der DGK erfüllen und eine hohe Expertise vorweisen können, erhalten dieses Zertifikat – bundesweit sind es aktuell 46. Es bescheinigt die besondere Qualität der Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern, insbesondere im Bereich der Ablationen.


Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen, bei der das Herz anhaltend unregelmäßig schlägt. Durch den unkontrollierten Herzschlag können Blutgerinnsel entstehen. Gelangen die Gerinnsel aus dem Herzen in die Gefäße, können ernsthafte Folgen drohen – wie zum Beispiel ein Schlaganfall. Vorhofflimmern kann verschiedene Ursachen haben: hohes Lebensalter, Bluthochdruck und verschiedene Herzerkrankungen. Aber auch Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenüberfunktion, überhöhter Alkoholkonsum, Übergewicht und ein sogenanntes Schlafapnoe-Syndrom können eine Rolle spielen.


Die individuelle Behandlung ist von verschiedenen Faktoren abhängig und oft nicht einfach. Zur Verfügung stehen neben Medikamenten der Elektroschock, mit dem zunächst rasch ein normaler Herzrhythmus wiederhergestellt werden kann oder eben die Katheter-Ablation, speziell die sog. Pulmonalvenen-Isolation. „Bei der Ablationsbehandlung werden mithilfe eines Katheters krankhafte Erregungsherde, die den Herzrhythmus stören, ausgeschaltet", erklärt Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz. Im Klinikum Fürth werden beide etablierte Verfahren, sowohl das Erhitzen (Hochfrequenz- oder Radiofrequenz-Ablation), als auch der Kälteballon (Kryo-Ablation), eingesetzt.


Schwerpunkt der Sektion für Rhythmologie und Invasive Elektrophysiologie am Klinikum Fürth ist die Reduktion der Strahlenbelastung. Dies spielt gerade bei komplexen längerdauernden Eingriffen eine große Rolle. Noch 2018 betrug die durchschnittliche Röntgenzeit während einer Vorhofflimmer-Ablation in Europa 21 bis 25 Minuten. „Moderne Technologie und Expertise ermöglichen es mittlerweile in Fürth, Radiofrequenz-Ablationen von Vorhofflimmern mit einer durchschnittlichen Durchleuchtungszeit von nur 51 Sekunden und damit deutlich reduzierter Strahlenbelastung durchzuführen", so Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz. „Für die Kryo-Ablation war bis vor kurzem keine strahlungsfreie Technologie verfügbar. Seit mehr als einem Jahr sind wir die einzige Klinik in Franken, die hier zusätzlich das innovative strahlungsfreie 3-D-Bildgebungs- und Mappingverfahren KODEX-EPD einsetzt", erklärt. Dr. Dirk Bastian. Das deutschlandweit bisher nur in wenigen Zentren verfügbare dielektrische KODEX-System ermöglicht mit einem völlig neuen technologischen Ansatz die Darstellung von Anatomie, Katheter und Herzgewebe strahlungsfrei dreidimensional in Echtzeit. Das System erleichtert damit dem Operateur die Planung und Durchführung der Eingriffe, so dass nun auch für die Kryo-Ablationen die Röntgendauer minimiert werden kann.


Über die Sektion Rhythmologie und Invasive Elektrophysiologie



Die Sektion für Rhythmologie und Invasive Elektrophysiologie der Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen gibt es seit 2016 und behandelt seitdem das gesamte Spektrum von Herzrhythmusstörungen: das Herz kann zu langsam oder auch viel zu schnell schlagen. Oder es kommt ganz aus dem Takt und arbeitet sehr unregelmäßig. Herzrhythmusstörungen verursachen unterschiedliche Symptome wie Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen, Unwohlsein, Leistungsabfall, Schwindel oder sogar Bewusstlosigkeit. Manche Herzrhythmusstörungen sind unbehandelt sogar lebensgefährlich. Bereits 2019 wurde die Sektion von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie anerkannt und als Ausbildungsstätte der Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie, Invasive Elektrophysiologie und Aktive Herzrhythmusimplantate gemäß dem Curriculum Spezielle Rhythmologie zertifiziert. Inzwischen wurden in der Sektion bereits drei Elektrophysiologinnen erfolgreich ausgebildet und zertifiziert.

Pressekontakt

Carmen Brückner
Leitung Unternehmenskommunikation

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