12.02.2026 Pressemitteilung
Neuer Interventionsbereich für Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie eröffnet
Vorne im Bild v.l.n.r.: Jochen Schams (Geschäftsbereichsleiter Bau&Technik), Dr. Alexander Mohr (Vorstand), Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz (Sektionsleitug), Dr. Thomas Jung (Oberbürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender), Dr. med. Dirk Bastian (stv. Sektionsleitung)
Hinten im Bild v.l.n.r.: Ute Jahnel (Pflegedirektorin), Prof. Dr. med. Harald Rittger (Chefarzt Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen), Sascha Weigand (Geschäftsbereichsleiter Controlling&Finanzen), Prof. Dr. med. Harald Dormann (Ärztlicher Direktor)
Innovatives Robotik-System verbessert Präzision, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Das Klinikum Fürth hat in Anwesenheit von Oberbürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzendem Dr. Thomas Jung feierlich drei hochmoderne Laborräume einschließlich eines monitorüberwachten Bereichs für die Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingeweiht. Mit der Eröffnung dieses komplett neuen sterilen OP-Bereichs setzt das Klinikum einen weiteren Meilenstein im Ausbau der spezialisierten kardiologischen Versorgung und blickt zugleich auf zehn Jahre klinische Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie am Standort Fürth zurück.
Herzstück des neuen Bereichs ist der Einsatz innovativer robotisch unterstützter Technologien und telemedizinischer Verfahren. Als erste elektrophysiologische Einrichtung in Deutschland hat das Klinikum Fürth eine vollständig integrierte Behandlung mit der neuesten Generation des robotisch-magnetischen Navigationssystems Stereotaxis Genesis und dem dreidimensionalen Mapping-System Abbott Ensite X etabliert. Das System ermöglicht eine hochpräzise magnetische Katheterführung in einem dreidimensionalen Modell und damit besonders sichere und schonende Eingriffe.
„Mit dem Genesis-System können wir komplexe Herzrhythmusstörungen präziser behandeln und dabei den Behandlungserfolg für unsere Patientinnen und Patienten weiter erhöhen“, erklärt Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz, Leiterin der Sektion für Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie. „Gerade bei kritischen und komplexen Krankheitsbildern eröffnet die robotisch-magnetische Navigation neue, vielversprechende therapeutische Möglichkeiten.“
Seit Jahren verfolgt die Sektion für Rhythmologie eine strahlungsarme Strategie, um die Sicherheit der Patienten und des behandelnden Personals zu erhöhen und Risiken im Bereich des Strahlenschutzes konsequent zu minimieren. Der Einsatz moderner 3D-Mapping-Systeme ermöglicht eine präzise Lokalisation des Katheters und die Analyse von Herzrhythmusstörungen ohne oder mit nur minimalem Einsatz von Röntgenstrahlung.
Die Ausstattung der Elektrophysiologie mit dem Genesis-System machte einen Umzug der Sektion auf dem Klinikgelände erforderlich. Aufgrund des hohen Gewichts der beiden jeweils rund 1,5 Tonnen schweren Magnete der neuen Angiographie-Anlage sind nicht alle Räumlichkeiten dafür geeignet. Daher wurde das ehemalige Schwimmbad des Klinikums Fürth bis auf die Rohbaustruktur zurückgebaut und umfassend zu einem modernen Interventionsbereich für die Elektrophysiologie aufgebaut. Der Umbau umfasste unter anderem die Einrichtung einer spezialisierten Lüftungsanlage für den OP-Bereich.
Das vor zehn Jahren eingeweihte erste elektrophysiologische Labor wurde ebenfalls verlegt und mit aktueller Medizintechnik ausgestattet. Ebenso wurde der ehemalige Schrittmacher-OP in den neuen Bereich integriert und wird ab Ende Februar unter anderem als Labor für traditionelle elektrophysiologische Prozeduren genutzt. Unmittelbar angrenzend an die drei Labore wurde zudem ein neuer Überwachungs- und Holding-Bereich geschaffen, der eine optimierte Betreuung der Patienten vor und nach den Eingriffen ermöglicht und insbesondere ambulante sowie hybride elektrophysiologische Behandlungen unterstützt.
Die Gesamtinvestition für den neuen Interventionsbereich beläuft sich auf rund 5 Millionen Euro. Davon wurden 2,3 Millionen Euro im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) durch Mittel des Bundes und des Freistaats Bayern gefördert. Die verbleibenden Kosten wurden aus Eigenmitteln des Klinikums mit der Stadt Fürth als Trägerin finanziert.
„Diese Investition stärkt nicht nur die medizinische Exzellenz unseres Hauses, sondern auch unsere wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit“, betont Dr. Alexander Mohr, Vorstand des Klinikums Fürth. „Durch den gezielten Einsatz innovativer Technologien können wir Behandlungen effizienter durchführen, unsere Attraktivität als überregionaler Gesundheitsversorger weiter ausbauen und langfristig wettbewerbsfähig bleiben.“
Die Sektion für Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie wird von Dott. (Univ. Rom) Laura Vitali-Serdoz und Dr. Dirk Bastian geleitet. Sie ist Teil der Abteilung für Herz- und Lungenerkrankungen unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Rittger. Das deutsch-italienische Team steht exemplarisch für eine erfolgreiche europäische Zusammenarbeit in der Hochleistungsmedizin, die sich sowohl in der klinischen Versorgung als auch in der wissenschaftlichen Arbeit widerspiegelt.