Prostata

Die Prostata als ungefähr kastaniengroße Drüse sitzt direkt unterhalb der Harnblase und beinhaltet einen Teil der Harnröhre. Durch den After kann sie bei der Vorsorgeuntersuchung sowohl mit dem Finger als auch mit einer Ultraschallsonde (TRUS = trans-rektaler Ultraschall) untersucht werden.

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen des Mannes in den westlichen Industrieländern und verursacht kaum Beschwerden oder Symptome. Der Krebs kann in den frühen Tumorstadien geheilt werden, so dass der Vorsorgeuntersuchung eine entscheidende Bedeutung zukommt. Im Rahmen der in Deutschland üblichen Vorsorgeuntersuchung wird neben der Anamnese des Patienten sowohl die Tastuntersuchung der Prostata als auch die Blutentnahme zur Bestimmung des PSA-Wertes (dies als Selbstzahler-Leistung) empfohlen.

Ergibt sich bei den genannten Untersuchungen ein Verdacht auf eine bösartige Erkrankung der Prostata (Prostata-Krebs), so ist im Regelfall eine Gewebegewinnung (Biopsie) aus der Drüse anzuraten, um eine bösartige Geschwulst nachweisen bzw. ausschließen zu können. Prostatakrebs in frühen Stadien ist mit vielen verschiedenen Methoden gut zu behandeln und vielfach sogar heilbar.

Harnblase und Prostata

Gutartige Erkrankungen der Prostata

Die Abtragung von Prostatagewebe über die Harnröhre mittels Transurethraler Resektion der Prostata (TUR-Prostata) wird dann empfohlen, wenn Medikamente nicht mehr wirksam sind.

Transurethrale Laserenukleation der Prostata (Thulium Laser - ThuLEP) 

Mit der Laserenukleation der Prostata bieten wir eine weitere minimalinvasive Therapiemöglichkeit bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Hyperplasie) an. Hierbei wird in Narkose (Teil- oder Vollnarkose) das Prostatagewebe ohne Hautschnitt über die Harnröhre aus der Kapsel herausgeschält. Anschließend wird das Gewebe zerkleinert und ausgespült. Eine histologische Aufarbeitung erfolgt wie bei der transurethralen Elektroresektion (TUR-P). Nach drei Tagen wird der eingelegte Blasenkatheter entfernt und eine Entlassung ist in der Regel möglich. 

Die Vorteile dieser Methode kommen vor allem bei größeren Prostatavolumina zu tragen, da hier mit geringem Blutverlust und einer hohen Rate an entferntem Gewebe eine nachhaltige und komplikationsarme Methode zur Verfügung steht.

Prostataarterienembolisation (PAE) 

Die Embolisation der Prostataarterien stellt eine minimalinvasive und innovative therapeutische Möglichkeit zur Behandlung einer symptomatischen gutartigen Prostatavergrößerung (Hyperplasie) dar. Am besten sind Patienten mit einer Prostatagröße ab 40-50ml geeignet, bei denen eine medikamentöse Therapie nicht mehr ausreicht.
Der Eingriff wird in unserer radiologischen Abteilung durchgeführt. Hierbei wird wie bei einer Herzkatheteruntersuchung der Zugang über die Leistenarterien gewählt. Eine lokale Betäubung ist hierfür ausreichend. Nach Aufsuchen der Prostataarterien mittels spezieller Katheter werden die Arterien der Prostata durch Einspritzen von Partikeln im Mikrometerbereich verschlossen („embolisiert"). Die gesamte Prozedur wird unter Röntgenkontrolle durchgeführt. Durch die fehlende Blutversorgung kommt es in der Folge zu einem Absterben des Prostatagewebes um die Harnröhre und damit zu einer Verkleinerung der Prostata. Dies führt zu einer verbesserten Miktion. Der maximale Effekt ist nach einigen Wochen bis wenigen Monaten zu erwarten. Die Erfolgsraten liegen bei 80-90%. 

Gerne können Sie bei Interesse einen Termin zur Beratung in unserem urologischen oder radiologischen Sekretariat vereinbaren. 

Kontakt:
Sekretariat Urologie: 0911/7580-1351
Sekretariat Radiologie: 0911/7580-1361

 

Tumorerkrankungen der Prostata

Das Standardverfahren am Klinikum Fürth ist die minimal-invasive Prostataentfernung (Prostatektomie) durch Schlüssellochchirurgie (als roboterassistierter Eingriff mit dem "da Vinci"-System).

Die Diagnostik erfolgt mittels einer modernsten MRT-TRUS Fusionsbiopsie.

Zur Therapie von Prostata-Tumoren nutzen wir am Klinikum Fürth zudem den sogenannten hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU). In ausgewählten Fällen wird die Behandlung als Fokale Therapie mit dem "Focal One"-System durchgeführt. Außerdem setzen wir zur Diagnose von Prostatakrebs die elastogaphisch-gesteuerte Prostatastanze ein. Darüber hinaus arbeiten wir in der Urologie am Klinikum Fürth eng mit der Abteilung und Praxis für Strahlentherapie zusammen.

Infrarot RevoLix-Laser

Prostatakarzinomzentrum

Im Prostatakarzinomzentrum arbeiten Spezialisten verschiedener Fachgebiete zur Behandlung des Patienten in einem interdisziplinären Ansatz zusammen. Die enge Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen ergänzt diesen Ansatz. Wir setzen auf modernste Standards und höchste Fachkompetenz in der Krebsdiagnose und -Therapie und bieten unseren Patienten eine regelmäßige Teilnahme an Studien zur Verbesserung der Standards. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Prostatakarzinomzentrums.

Prostatakrebs-Betroffene und Angehörige können sich in regionalen Selbsthilfegruppen austauschen. Die Kontaktadressen finden Sie hier.