Phimose

Eine Phimose ist eine Vorhautverengung: Die Vorhaut lässt sich nicht oder nur unter Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen. Es besteht ein Missverhältnis zwischen dem Umfang der Eichel und der dehnbaren Weite des Vorhautanteils. Eine Phimose ist ein altersabhängiges Phänomen: Die Vorhaut ist bei der Geburt in mehr als 90 Prozent, im Alter von einem Jahr bei 50 Prozent und bei Dreijährigen bei 10 Prozent nicht zurückziehbar. Dies resultiert aus der bei Geburt bestehenden physiologischen Verklebung von Eichel und innerem Vorhautblatt.


In Abwesenheit von Problemen wie Schmerzen, sich wiederholenden Infektionen und Narben besteht eine physiologische Phimose, die zunächst nicht behandlungsbedürftig ist. Nach wiederkehrenden Infektionen oder Schmerzen sollte jedoch eine Beschneidung durchgeführt werden. Der beste Therapiezeitpunkt ist zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr. Ausnahmen davon sind wiederkehrende Entzündungen der Eichel und der Vorhaut oder zusätzlich vorhandene begleitende Anomalien des Harntrakts (zum Beispiel vesikoureterorenaler Reflux). In diesen Fällen sollte eine Beschneidung früher durchgeführt werden.


Alternativ kann die Anwendung einer kortikoidhaltigen Salbe über vier Wochen zur Lösung von reinen Vorhautverklebungen genutzt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Verklebungen nach örtlicher Anwendung einer narkotisierenden Salbe mit einer Sonde zu lösen. In beiden Fällen wichtig ist das mehrmals tägliche Zurückstreifen der Vorhaut, damit sich keine erneuten Verklebungen bilden.


Die Beschneidung wird bei Kindern in Allgemeinnarkose durchgeführt. Die Kinder sind in der Kinderklinik am Operationstag tagesklinisch stationär aufgenommen und können am Nachmittag entlassen werden. Am Vortag des Eingriffs erfolgt ambulant die Aufklärung durch einen Narkosearzt über die Narkoserisiken und durch Mitarbeiter der Urologie die Aufklärung über die Risiken des operativen Eingriffs.


Zu Hause sollten für die nächsten Tage regelmäßige (zweimal täglich) Kamillenbäder durchgeführt werden. Es wird selbstauflösendes Nahtmaterial verwendet, so dass keine Fäden entfernt werden müssen.