Hydrozele (Wasserbruch)

Etwa ein bis drei Prozent aller Neugeborenen weisen einen „Bruch" auf. Bei Frühgeborenen ist die Häufigkeit deutlich höher und steigt mit dem Grad der Frühzeitigkeit der Geburt. Ein Wasserbruch ist definiert als Flüssigkeitsansammlung zwischen den beiden Bauchfellblättern, welche sich im dritten Embryonalmonat durch den Leistenkanal in den Hodensack ausstülpen und dem Hoden als Leitschiene dienen.


Normalerweise verschließt sich diese Ausstülpung bis zur Geburt und führt so zur Trennung der Bauchhöhle von den Hodenhüllen. Bleiben die Hodenhüllen offen, können sich Bauchrauminhalte (Darm, Anteile des Bauchnetzes) über den Leistenkanal in den Hodensack vorstülpen. In diesem Fall spricht man von einem Leistenbruch. Schlimmstenfalls können sich die vorgefallenen Organe einklemmen, was zu Durchblutungsstörungen führen kann und einer sofortigen Operation bedarf.


Besteht lediglich eine dünne Verbindung zwischen Bauchraum und Hodenhüllen, kommt es nur zum Eindringen von Flüssigkeit (Bauchwasser), was sich an einer Größenzunahme des Hodens bemerkbar macht und sich beim Schreien des Kindes verstärkt.


Symptome


Es besteht eine konstante oder wechselnde, ein- oder beidseitige, schmerzlose Leisten- oder Hodenschwellung.


Diagnose


Die Diagnose kann durch eine körperliche Untersuchung des Kindes in Verbindung mit einer Sonografie des Hodens und ggf. der Leiste gestellt werden.


Therapie


In der Mehrheit der Fälle ist bei Vorliegen eines alleinigen Wasserbruchs in den ersten zwölf bis 24 Lebensmonaten keine Therapie notwendig, da sich die bestehende Verbindung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von selbst verschließt (verklebt). Besteht zusätzlich ein Hodenhochstand oder ein Leistenbruch, so müssen diese deutlich früher operativ versorgt werden. Ein über das zweite Lebensjahr hinaus bestehender Wasserbruch sollte operiert werden.


Über einen kleinen Schnitt in der betroffenen Leiste wird der Samenstrang freigelegt und das ausgestülpte Bauchfell vom umgebenden Samenstrang freipräpariert und verschlossen. Verbunden mit diesem Eingriff ist ein stationärer Aufenthalt in unserer Kinderklinik von ca. drei Tagen. Das verwendete Nahtmaterial ist selbstauflösend, so dass keine Fäden entfernt werden müssen.