Die Kinderschutzgruppe am Klinikum Fürth

Die Kinderschutzgruppe am Klinikum Fürth wurde 2010 gegründet. Seitdem findet eine stetige Weiterentwicklung statt.


Was ist Kindesmisshandlung?


Kindesmisshandlung umfasst psychische und physische Misshandlung, Vernachlässigung, sexuellen Missbrauch und das Münchhausen Stellvertreter-Syndrom. Im Fokus unserer Tätigkeit steht immer das Kindeswohl.


Was ist das Ziel?


Die Sensibilisierung und Wahrnehmung von Misshandlungsfällen zu fördern und deren Betreuung zu begleiten. Dabei geht es um Säuglinge, Kinder und Jugendliche, die gesichert oder vermutlich Opfer einer Misshandlung wurden oder gefährdet sind, misshandelt zu werden. Durch sorgfältig geplante Interventionen wollen wir drohende Misshandlung abwenden und betroffene Kinder und Jugendliche vor wiederholter Misshandlung schützen.


Warum eine Kinderschutzgruppe?



  • Vollständige Akut- und Sozialanamnese, ausführlicher Untersuchungsbefund

  • Exakte, gerichtstaugliche, schriftliche, grafische und Fotodokumentation

  • Erstellung individueller Abklärungspläne

  • Rasche Entscheidung bezüglich Gefährdungsmeldung an das Jugendamt oder falls erforderlich eine polizeiliche Anzeige

  • Einschätzung der Gefährdung von Geschwistern

  • Unterstützung und Entlastung der handelnden MitarbeiterInnen bei der Fallbearbeitung

  • Die Arbeit soll qualitativ reflektiert und weiterentwickelt werden

  • Die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter ist eine unerlässliche Grundlage

  • Der Aufbau von Netzwerken unterstützt Perspektivenwechsel, eine Erweiterung an Wissen und Handlungsmöglichkeiten


Wer arbeitet mit?



  • ärztliche Mitarbeiter (Pädiatrie, Chirurgie, Radiologie, Gynäkologie)

  • Mitarbeiter des psychosozialen Bereiches (Psychosomatik, Sozialpädiatrie, Psychologischer Dienst)

  • Pflegepersonal


Die interdisziplinäre Arbeitsweise ermöglicht es, verschiedene Facetten einer individuellen Misshandlungs-Situation zu erfassen und entsprechend zu reagieren.


Wer meldet Fälle oder Anfragen?


Eine Meldung eines Kinderschutzfalls kann von allen Mitarbeitern des Klinikums an die zentrale Mailadresse erfolgen.


Wie ist Kontaktaufnahme möglich?


E-Mail an: kinderschutzgruppe@klinikum-fuerth.de


Achtung: Bitte verzichten Sie hier auf die Angabe persönlicher Patientendaten - Danke!


Was geschieht mit Verdachtsfällen?


Intervention: Nach standardisiertem und strukturiertem Vorgehen wird in Fallbesprechungen jede weitere Intervention sorgfältig abgewogen und geplant. In begründeten Fällen wird der klinikinterne Prozess durch den Hilfeplan des zuständigen Jugendamtes ergänzt. Frühzeitig suchen wir die vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen. Zur Entwicklung eines Hilfeplans werden möglichst alle Ressourcen in unsere Überlegungen und Entscheidungen einbezogen, um so bestmögliche Bedingungen für die weitere Entwicklung der Kinder zu schaffen.


Prävention: Unter dem besonderen Aspekt des präventiven Ansatzes erfolgen ausführliche Gespräche mit den Bezugspersonen, Kontaktvermittlung zu Hilfestellen (z.B. KoKi) und Rücksprachen mit den betreuenden Kinderärzten. KoKi-MitarbeiterInnen stehen regelmäßig jeden Mittwochvormittag in der Frauen- und Kinderklinik für Erstkontakte zur Verfügung. Bei dringenden Fällen ist jederzeit eine Kontaktaufnahme möglich.


Wer sind unsere Nertzwerkpartner?



  • Jugendämter: Eine enge Kooperation mit den Jugendämtern der Umgebung bestand bereits und wurde durch schriftliche Vereinbarungen gefestigt.

  • Kriminalpolizei: Durch die gemeinsame schriftliche Vereinbarung wurden Kommunikationswege und Anzeigeverfahren klar geregelt.

  • KoKi: Regelmäßige Treffen und Organisation gemeinsamer Fortbildungen, sowie ein zweimal jährlich stattfindender Fachtag ermöglichen eine enge Zusammenarbeit.

  • Kinderschutzgruppen der Region: Mit den Teams der Cnopf`schen Kinderklinik und dem Klinikum Nürnberg Süd finden regelmäßige gemeinsame Treffen statt.

  • Rechtsmedizinische Kinderschutzambulanz München: Zentrale Anlaufstelle zum Thema Kinderschutz in Bayern, welche vom Bayrischen Staatsministerium gefördert wird.

  • DGKiM: Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (ehemals AGKiM)


Welche Aufgaben gibt es noch?


Die Sensibilisierung für das Thema Misshandlung bei Kindern sowie die Sicherheit im Umgang mit diesen Patienten wird für die Mitarbeiter am Klinikum durch die Arbeit der Kinderschutzgruppe verbessert.



  • Kontinuierliche Weiterentwicklung von Qualitätsstandards und Arbeitsmaterial

  • Regelmäßige Fortbildung unserer Mitarbeiter

  • Aufbau von Netzwerken und regionale Zusammenarbeit zur Unterstützung eines Perspektivenwechsels, Wissenserweiterung und Verbesserung der Handlungsmöglichkeiten