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Nathanstift (Geburtshilfliche Abteilung)

Die Geburtshilfliche Abteilung der Frauenklinik ist ursprünglich aus dem 1906 durch den Philanthropen Alfred Louis Nathan (1870-1922) gegründeten Nathanstift hervorgegangen und trägt noch heute diesen Namen.

1906 -1909

Zum ehrenden Gedächtnis seiner Eltern Sigmund und Amalie Nathan hat der jüdische Rechtsanwalt Alfred Nathan 1906 der Stadt Fürth 300.000 Mark für die Errichtung eines Wöchnerin¬nen- und Säuglingsheimes (Nathanstift) vermacht, das 1907 genehmigt wurde und 1909 seine Arbeit aufnahm. Die nach ihrem Stifter benannte Geburtsklinik "Nathanstift" verbesserte die Situation der Schwangeren, erleichterte den Frauen die Geburt und trug erheblich zur Senkung der damals sehr hohen Kindersterblichkeit  bei (1905 ca. 29%). Nathan selbst war ledig, kinderlos, aber ein großer "Menschenfreund".

Das Kinder- und Wöchnerinnenheim Nathanstift war ursprünglich in der Tannenstraße 17 (heute Hans-Böckler-Schule) beheimatet und wurde 1967 in die Geburtshilfliche Abteilung der Frauenklinik des Klinikums Fürth integriert.

Der reich verzierte Bau am Tannen¬platz ist immer noch ein Schmuck¬stück besonderer Art – auch wenn er längst als Schulgebäude genutzt wird: Überall weisen Skulpturen, Mosaike und Plastiken auf die ursprüngliche Bestimmung hin.

Die geburtshilfliche Abteilung der Frauenklinik wird auch heute noch mit Stiftungsmitteln unterstützt. Der Kontakt zu den mittlerweile in Amerika lebenden Erben des Gründers wird immer noch gepflegt und auch heute, mehr als 100 Jahre nach Nathans gemeinnützigem Engagement,  sieht sich das Nathanstift in der Tradition der Werte, die den Menschenfreund Alfred Nathan zu seiner Gründung veranlassten.

Alfred Louis Nathan (1870-1922) und andere Fürther Stiftungen

Rund drei Millionen Mark hat der Fürther Ehrenbürger Alfred Nathan im Laufe seines Lebens für wohltätige Einrichtungen gestiftet. In Ergänzung des Nathanstiftes wurde in der Maistraße 1912 ein von der Kaufmannswitwe Martha Krautheimer gestiftetes Kinderheim gebaut, die Krautheimerkrippe. Stiftungen dieser Art – dazu gehört auch das Berolzheimerianum – haben Fürth geprägt und stehen für eine jahrhunderte¬lange Tradition des einträchtigen Zusammenlebens christlicher und jüdischer Menschen, die erst durch die Gräueltaten im Nationalsozialismus jäh unterbrochen wurde.

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