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Allgemein, Chirurgische Klinik 2
06. März 2011

Traumanetzwerk Mittelfranken zertifiziert - Klinikum Fürth mit dabei!

Das Ziel, jedem schwer- und schwerstverletzten Patienten im Großraum Mittelfranken rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung unter standardisierten Qualitätsmaßstäben zu ermöglichen, setzt fachliche Kompetenz und die Bereitschaft aller Beteiligten im Rettungsdienst und in den Krankenhäusern voraus. Diesem Ziel ist das Klinikum Fürth durch die Zertifizierung des Traumanetzwerkes Mittelfranken einen großen Schritt näher gekommen.

Die Vertreter der zwölf am "Traumanetzwerk Mittelfranken" beteiligten Kliniken bei der Übergabe der Zertifikate. In der Mitte, Dr. R. Krämer und Dr. G. Bermbach aus dem Klinikum Fürth. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat als logische Konsequenz langjähriger Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Konzept zur Einrichtung von an die örtlichen Gegebenheiten angepassten Netzwerken von Kliniken zur Schwerverletztenversorgung entwickelt. Darin werden der Erhalt und die Verbesserungen der flächendeckenden Versorgungsqualität von Schwer- und Schwerstverletzen durch verbesserte Kommunikation, abgestimmte Versorgungsstandards aller in der Versorgung beteiligten Einrichtungen und die Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen als Grundvoraussetzung festgeschrieben.

Hierzu sollen nach Ansicht der DGU regionale oder überregionale Traumazentren unter Beteiligung mehrerer, nahe beieinander liegender Einrichtungen entstehen. Ein weiterer zentraler Punkt des Traumanetzwerkes ist die Teilnahme am sogenannten Traumaregister. Dieses Register stellt eine standardisierte Erfassung von schwerverletzten Patienten vom Unfallort bis zur Klinikentlassung dar und gewährleistet rückblickend eine fachliche Auswertung der Behandlungsqualität. Initiiert wurde die Bildung der Traumanetzwerke 2006. Inzwischen ist ein großer Teil aller in Deutschland an der Schwerverletztenversorgung beteiligten Kliniken registriert und in Trauma-Netzwerken organisiert. Mit rund 750 teilnehmenden Kliniken in bundesweit 44 aktiven Traumanetzwerken kann man die Aktion der DGU in dieser Form als weltweit einzigartig bezeichnen.

Als Voraussetzung für die Zertifizierung eines Traumazentrums müssen alle beteiligten Kliniken bereits nach DGU-Richtlinien auditiert sein. Das regionale Traumazentrum muss demzufolge über Versorgungsmöglichkeiten für schwer- und schwerstverletzte Patienten rund um die Uhr verfügen. Hierzu gehören weiterhin Fachärzte aus den Bereichen Unfallchirurgie, Anästhesie, Viszeralchirurgie und Radiologie, sowie technische Voraussetzungen wie z. B. ein ständig verfügbares Computertomographiegerät. Das Klinikum Fürth wurde bereits 2010 auf Betreiben des Chefarztes der Unfallchirurgischen Klinik, PD Dr. med. Rainer Wölfel und seinem Team durch die DGU als  „Regionales Traumazentrum“ auditiert.

Durch die -und dies wurde auch bei der Auditierung in unserem Hause ausdrücklich hervorgehoben- enge, sowie gute und kollegiale interdisziplinäre Zusammenarbeit der an der Schwerverletztenversorgung beteiligten Abteilungen des Klinikums Fürth konnte in den letzten Jahren das Schockraummanagement stetig verbessert und weiterentwickelt werden.

Dass es sich hierbei nicht nur eine formale Zertifizierung ohne Auswirkung auf die tägliche Praxis handelt, zeigt sowohl die stetige interdisziplinäre Verbesserung des Schockraummanagements, als auch die Einrichtung einer direkten Datenübertragung von CT-und MR-Bildern in die Neurochirurgische Klinik des Klinikums Nürnberg. Allein im Jahr 2010 wurden am Klinikum Fürth mehr als 40 schwerstverletzte Patienten entsprechend der Richtlinien der DGU erfasst und behandelt. Diese und viele andere eingeleitete Maßnahmen stellen eine wichtige Verbesserung für die Patientenversorgung dar.

Das Traumnetzwerk Mittelfranken als überregionales Traumazentrum ist ein Zusammenschluss von 12 Kliniken im Großraum mit unterschiedlichen Versorgungsstufen (Maximalversorger bis zum Grundversorger). Klare Kommunikationswege und Regelungen, sowie die Gewährleistung eines hohen fachlichen Standards sollen dabei die bereits jetzt schon sehr gute Versorgung der Traumapatienten in der Metropolregion weiter optimieren. Konkret bedeutet das, dass künftig in einem Notfall schneller entschieden werden kann, in welchem Zentrum ein Unfallopfer am besten versorgt werden kann. Für eine Basisversorgung bietet sich ein lokales Traumazentrum an, Schwerverletzte werden in regionalen Zentren und Schwerstverletzte in überregionalen Traumazentren betreut.

Das Regionalzentrum ist nun ebenfalls ein zertifiziertes Zentrum gemäß den Richtlinien der DGU. Dem ging eine unabhängige Zertifizierung aller 12 beteiligten Einrichtungen voraus (s.o.), die ihren Abschluss in einer Gesamtzertifizierung des Traumanetzwerkes Mittelfranken Ende Februar 2011 fand. Die Übergabe der Urkunde für das gesamte Traumanetzwerk fand nun Anfang März 2011 in Erlangen statt.  

Die am Traumazentrum Mittelfranken beteiligten Kliniken sind:

 

Dr. med. Rainer Krämer
Chirurgie 2


Von: Klinikum Fürth

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