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Frauenklinik, Kinderklinik
06. August 2010

Gesunde Drillinge dank moderner Medizin

Eine lebensgefährliche Frühgeburt wurde im Perinatalzentrum des Klinikums erneut verhindert. Im Juli kamen im Abstand von nur ein paar Tagen zwei Drillingskinder auf die Welt.

v.l.n.r.: Prof. Dr. Klinge, ÖA Dr. Neupert, OA Dr. Frühinsfeld, das Ehepaar Okoro mit den Drillingen, Fr. Dr. Reuter und Schwester Catharina

Die Namen der drei niedlichen Babys sind echte Zungenbrecher: Nkiru und Marcel Okoro haben ihre Kinder Chidubem Chimdaalu, Chibuilcem Chidera und Amarachi Chizaram getauft. Das in Fürth schon lange lebende nigerianische Ehepaar weiß freilich, dass sich selbst in der afrikanischen Heimat kaum jemand mit solchen Namen herumquälen mag: Gerufen werden die am 22. Juli geborenen zwei Jungen und das Mädchen deshalb, wenn es nach ihren Eltern geht, Dubem, Ikem und Amara.

Ohne die Kunst der Ärzte im Perinatalzentrum des Fürther Klinikums, das während der Schwangerschaft eng mit der Frauen- und der Kinderklinik zusammenarbeitete, wäre es um das Familienglück allerdings ziemlich schlecht bestellt gewesen. 

Denn als es Ende Mai klar war, dass Nkiru Okoro tatsächlich Drillinge erwartet, sah alles nach einer äußerst gefährlichen Frühgeburt aus. „Das hätte aufgrund des zu frühen Zeitpunkts wohl keines der Kinder überlebt“, weiß Klinikums-Chefarzt Jens Klinge, der auch die Kinderklinik leitet.

Geburt über Wochen verzögert


Die Sterberate bei solchen Mehrlingsgeburten lag noch vor wenigen Jahrzehnten um einiges höher als heute. So wurde die 1979 geborene Frau kurz nach der Diagnose stationär im Fürther Klinikum aufgenommen und die Geburt ihrer drei Kinder über zwölf Wochen hinweg so verzögert, dass sie im Mutterleib zu lebensfähiger Größe heranwachsen konnten.

„Das konnte nur funktionieren, weil alle Abteilungen zum Wohle von Mutter und Kindern kooperierten“, betont Klinge, was von den Oberärzten Eva Neupert und Jochen Frühinsfeld sowie der Fachärztin Katharina Reuter bestätigt wird.

So wurde die Frau kurz nach der Diagnose stationär im Fürther Klinikum aufgenommen und die Geburt der Kinder über zwölf Wochen hinweg so verzögert, dass sie im Mutterleib zu lebensfähiger Größe heranwachsen konnten. „Das konnte nur funktionieren, weil alle Abteilungen zum Wohle von Mutter und Kindern kooperierten“, betont Klinge, was von den Oberärzten Eva Neupert und Jochen Frühinsfeld sowie der Fachärztin Katharina Reuter bestätigt wird.

Marcel Okoro lebt seit 1996 in Fürth und spricht gut Deutsch. „Jetzt müssen wir uns nach einer größeren Wohnung umsehen“, meint der Drillingsvater lachend. Kinder habe er nun allerdings „erstmal genug“, fügt er mit einem sanften Lächeln hinzu, während er die friedlich schlafende Amara in seinem Arm wiegt.

Zusatzinfo: Klinikum Fürth - Perinatalzentrum Level 1

Perinatalzentren sind in Deutschland Einrichtungen zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen. Maßgeblich ist eine Vereinbarung der Krankenkassen mit den Kliniken, gemäß § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 SGB V. Die festgelegten Prozesse und Strukturen stellen somit einen verbindlichen Qualitätsstandard dar. 

  • Level-1-Zentren werden von anerkannten Neonatologen und ärztlichen Geburtshelfern geleitet und haben räumlich miteinander verbundene Entbindungsstation, Operationssaal, und Neugeborenen-Intensivstation mit mindestens sechs Plätzen. Sie verfügen unter anderem über ständige Arztbereitschaft und einen Neugeborenen-Notarzt für die Nachbarabteilungen. Besondere Risikoschwangerschaften, zum Beispiel Mehrlingsschwangerschaften ab 3 Kinder sollen nur in Level-1-Zentren entbinden. Das Klinikum Fürth ist ein Perinatalzentrum Level 1.
  • Level-2-Zentren müssen bei sonst ähnlichen Kriterien nur vier Intensivpflegeplätze für Neugeborene vorhalten. Sie sollen einfache Risikogeburten, etwa Zwillingen, oder bei schwangerschaftsbedingte Krankheiten, versorgen.

  • Perinatale Schwerpunkte haben Einrichtungen, um plötzliche kindliche Notfälle aus dem Normalbetrieb der Geburtsabteilung für begrenzte Zeit zu versorgen. Sie werden von Kinderärzten geleitet und haben Beatmungsplätze,aber keine spezielle Intensivstation.

  • Normale Geburtskliniken sollen nur Schwangere ohne Risikofaktoren und zeitgerechte Geburten betreuen. Dies sind 90 % aller Geburten.

Die Abteilungen weisen die Erfüllung der Voraussetzungen gegenüber den Krankenkassen bei den örtlichen Pflegesatzverhandlungen nach.


Von: FN/ Klinikum Fürth

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