
Nach intensiver Vorbereitung ist nun der Startschuss für das Projekt gefallen. Ziel ist es, die kommunalen und gemeinnützigen Kliniken besser miteinander zu vernetzen und über den Austausch von Wissen und Erfahrungen die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dem Verbund gehören bereits vor Gründung zehn Träger mit insgesamt 25 Kliniken an.

Die Gründungsmitglieder von Klinik-Kompetenz-Bayern (von links): Stephan Kolck (Hassberg-Kliniken), Stefan Schilling (Kliniken des Landkreises Neustadt/Aisch – Bad Windsheim), Manfred Fischer (Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH), Günther Brütting (Waldkrankenhaus St. Marien gGmbH), Dr. Alexander Schraml (Main-Klinik Ochsenfurt), Josef Götz (Kliniken Nordoberpfalz AG), Gunther Schlosser (Kliniken im Naturpark Altmühltal), Peter Krappmann (Klinikum Fürth), Werner Rupp (Kreisklinik Roth), Jürgen Winter (Kommunalunternehmen Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen).

Mittlerweile liegt ein mit den zuständigen Aufsichtsbehörden und dem Genossenschaftsverband abgestimmter Genossenschaftsvertrag vor. Weißenburg wird künftig Sitz der Genossenschaft sein. Im kommenden Jahr wird laut Vorstand Jürgen Winter eine Kraft eingestellt, um die Verwaltung der Genossenschaft zu übernehmen. Er selbst wird zudem dem dreiköpfigen Führungsgremium des Zusammenschlusses angehören. Und auch die offizielle Gründung der Genossenschaft wird in Weißenburg über die Bühne gehen: Für die Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 20. Januar 2011, im Gotischen Rathaus hat sich bereits Bayerns Gesundheitsminister Dr. Markus Söder angekündigt.
„Seit vielen Jahren arbeitet das Klinikum Fürth eng mit zahlreichen bayerischen Kliniken zusammen. Diese Kooperation wollen wir mit der Gründung einer Genossenschaft institutionalisieren, ohne dass die Kliniken dabei ihre Selbständigkeit aufgeben“, so Peter Krappmann, Vorstand des Klinikum Fürth.
Durch die Kooperation will man die flächendeckende und qualitativ hochwertige Klinikversorgung sichern und verbessern. Außerdem soll die Marktposition der einzelnen Mitgliedskliniken gestärkt werden.
Ganz abstrakt geht es bei dem Verbund um eine Vernetzung der Kliniken untereinander. Praktisch fallen darunter beispielsweise gemeinsame Konzepte im Bereich Hygiene oder auch gemeinsame Fortbildungen für Ärzte und Pflegepersonal.
Über den Verbund wird unter anderem der sogenannte Klinikstudent neu eingeführt. Dies ist ein Modell, welches vom Krankenhaus in Weiden entwickelt wurde. Medizinstudenten erhalten während ihrer Ausbildung finanzielle Unterstützung.
Im Gegenzug verpflichten sie sich nach Abschluss ihrer Prüfungen, für mindestens drei Jahre in der Klinik zu arbeiten. So soll der Entwicklung gegengesteuert werden, dass es seit Jahren immer schwieriger wird, qualifizierte Fachärzte in kleinere Kliniken zu locken.
Mit im Boot sind freiwillig seit der Gründung 10 Träger mit 25 kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken angeschlossen (in alphabetischer Reihenfolge):
Als Vorstandsmitglieder sind Josef Götz (Weiden), Jürgen Winter (Weißenburg-Gunzenhausen) und Dr. Alexander Schraml (Ochsenfurt) vorgesehen.
Warum eine Genossenschaft?
Die eingetragene Genossenschaft (eG) ist eine Rechtsform für Kooperationen, die nach Angaben des Genossenschaftsverbands im Trend liegt. Für die Gründung einer Genossenschaft ist kein Mindestkapital notwendig und jedes Klinikum - unabhängig von seiner Größe oder Kapitalbeteiligung - hat die gleichen Rechte. Somit ist die Rechtsform der Genossenschaft mit eine der demokratischsten Rechtsformen, die die Interessen und Eigenständigkeit seiner Mitglieder gleichermaßen schützt.
2009 wurden in Bayern 48 neue Genossenschaften gegründet und beim Genossenschaftsverband Bayern als Mitglied aufgenommen. Die Genossenschaft bietet ihren Mitgliedern Größenvorteile und Vernetzungsgewinne. Dabei behalten die Mitglieder ihre unternehmerische Eigenständigkeit.
Flyer zum Download: Klinik Kompetenz Bayern