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Zentrale Notaufnahme
14. Dezember 2011

1. Posterpreis des 10. Dt. Versorgungsforschungskongress für das Klinikum Fürth/ ZNA

Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Fürth hat auf dem 10. Versorgungsforschungskongress in Köln am 22.11.2011 unter mehr als 110 vorgestellten wissenschaftlichen Projekten den mit 500 € dotierten 1. Posterpreis für ihre hervorragende wissenschaftliche Arbeit und deren Relevanz für die medizinische Versorgung insbesondere von älteren Patienten erhalten.

Thema des Posters: Systematische Erkennung von unerwünschten Arzneimittelereignissen im Zusammenhang mit potentiell inadäquater medikation (PIM) in einer Zentralen Notaufnahme – ein Risikofaktor ?

Seit kurzem gibt es eine Liste von Medikamenten, die bei älteren Patienten eher zu einer Gefährdung als zum Heil beitragen. Daher sollten diese Medikamente nicht bei älteren Patienten verordnet werden. Die Zusammenstellung dieser Medikamentenliste (PRISCUS) wurde durch ein Expertengremium bestimmt. Ob diese Medikamente im klinischen Alltag aber tatsächlich zu einer erhöhten Gefährdungssituation führen, wurde bisher wissenschaftlich nicht belegt.

Die potentiell inadäquate Medikation (PIM) bei älteren Patienten, so zeigt die Untersuchung der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der Zentralen Notaufnahme, ist ein Risikofaktor und führt nicht selten zu einer Notfallbehandlung in einer Zentralen Notaufnahme.

Dass hierbei sowohl unerwünschte Arzneimittelereignisse als auch Medikations- Fehler eine zentrale Rolle spielen, scheint nicht verwunderlich. „Dennoch konnten wir hier zeigen, dass bei über 70-jähigen Patienten die Medikationsfehler dramatisch häufig auch zu einem Krankheitsbild führen, während sie bei jüngeren Patienten zwar häufig auftreten, aber in der Regel symptomlos bleiben,“ so Anja Mathews, Assistenzärztin der ZNA, die zusammen mit dem wissenschaftlichen Leiter Priv.-Doz. Dr. Harald Dormann diese Ergebnisse der Arbeitsgruppe auf dem Kongress in Köln vorstellte.

Da aber insbesondere in den Notaufnahmen zunehmend ältere Patienten vorstellig werden, sollte die PRISCUS Liste eine zentrale Rolle in der Aufnahmeanamnese einer jeden Notaufnahme spielen. Auch wenn die gesamte PRISCUS-Verordnungshäufigkeit unter 4 % liegt, führen diese Medikamente dennoch häufiger als andere zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit teilweise schweren Verläufen.

„Aufgrund der absoluten Verordnungshäufigkeit dürfen aber insbesondere Medikamente, die bei chronischen Erkrankungen verordnet werden nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da diese in Absolutzahlen ausgedrückt noch mehr unerwünschte Arzneimittelwirkungen verursachen“, so Dormann. Die häufigsten Risikomedikamente konnten so ebenfalls in der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Fürth identifiziert werden.

Damit die Patienten der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Fürth direkt von diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren, wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt und in der täglichen Praxis umgesetzt. Neben einer verkürzten, also dem klinischen Gebrauch angepassten PRISCUS Liste für die Kitteltasche des Arztes wurde in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Medizininformatik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen ein Computer gestütztes Arzneimitteltherapiesicherheitssystem in die elektronische Patientenakte umgesetzt, die jede ärztliche Verordnung auf mögliche Gefährdungssituationen hin überprüft oder Alternativen benennen kann.

„Bisher gab es nach unserem Wissen noch keine prospektive Evaluation der tatsächlichen Gefährdungssituation durch PRISCUS Medikamente im Notaufnahmesetting, so dass wir auch stolz darauf sind, dies anhand unserer Studie erstmals belegen zu können“, so Dormann.

Da wir jeden einzelnen Fall dieser Studienpopulation durch ein unabhängiges Gremium, bestehend aus klinischen Pharmakologen des Lehrstuhls für experimentelle und klinische Pharmakologie der Universität Erlangen, Pharmazeuten und Fachärzten beurteilen haben lassen, unterstreicht dies auch die Belastbarkeit dieser vorliegenden Daten.

„Wir sind überaus glücklich und froh über diesen Preis, der uns motivieren wird, weiter dieses wichtige Thema zu begleiten“, so Mathews.

Anja Mathews                                                 Priv.-Doz. Dr. Harald Dormann

 


Von: Klinikum Fürth/ Marketing

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